Mittwoch, 1. Februar 2012

Was wir immer schon wissen wollten...

Warum sehen Bilder eigentlich so aus, wie sie aussehen? Dieses Geheimnis wird nun gelüftet. La boite verte hat die Antwort:


Weitere kunsthistorisch fundierte Theorien gibt es hier zu sehen.

Ein Tipp von T&NOK aus Amsterdam

Mittwoch, 25. Januar 2012

Das Geld in der Kunst

Melde mich ab als Künstlerin! Dagegen haben wir alle keine Chance!
Nachdem Charlotte Lindenberg mich dafür sensibilisiert hat, verfolgt es mich: Das Geld in der Kunst.
Bin heute per Zufall dazu geraten, als ich am Abend im Finanzzentrum am Paradeplatz in Zürich die Strassenbahn wechseln musste:
Kunst aus Geld, besser gesagt, Kunst gefräst aus Bündeln von Dollarbanknoten.
Blick durchs Schaufenster der edlen Galerie, in dem sich die Grossbanken spiegeln: Junger Künstlerstar inszeniert an Vernissage, umringt von jungen Frauen, medial aufgestellt inmitten eines Heeres von Fotografen und Türstehern und umschwärmt von blondierten Kundinnen und deren edel betuchten Ehemännern. Der Gedanke an „Boxenluder“ wie im Formel 1-Zirkus war nah, fehlte doch nur noch der spritzende Champagner!

Da war die Ausstellung mit den Dollarnoten von Feldmann im Guggenheim geradezu bescheiden-zurückhaltend.

Elisabeth Eberle

Freitag, 20. Januar 2012

fürth, nürnberg, debus und das ende der welt in drei tagen

während wir uns zusammen nehmen und nicht sagen was wir über diesen kapitän denken, bloss weil uns mal so ein koksnasiger italiener die frau weggefickt hat und während wir uns an den präsident der schnäppchenjäger gewöhnt haben und darauf warten das er bald mal ganz ganz scharf von charlotte roche interviewt wird und während neuchatel keinen fussballklub mehr hat und wir auch hier versuchen das klischee im maule zu behalten und vor allem nicht putin dazu sprechen zu lassen und während wir also geruhsam vor uns hinleben und froh sind, dass weder bei den hausdurchsuchungen bei wulffs freunden noch bei dem gesprengten insiderring an der wall street unser name fallen wird, während wir also einfach so weiter vor uns hin dümpeln und unsere verbrechen verbergen so gut es eben geht, braut sich in franken eine veritable katastrophe zusammen. hinterher haben es dann wieder alle gewusst. im moment lassen wir die kinder friedlich in afrika sterben wie immer, freuen uns über unseren atomfreien strom aus der basler steckdose und lachen über die frau die den 1.5 millionen ring verliert. doch das ende naht und nicht erst am 21.12. 2012! die städte nürnberg und führt leben in einer gewissen konkurrenz zueinadner. so wie zürich und basel oder gera und jena. nur sind sie eben viel näher beieinander so wie treptow und neukölln etwa. das einzige was nürnberg von fürth trennt ist die pegnitz. das muss nicht unser problem sein, die nürnberger sind die grösseren und die fürther also dauerdepressiv wie die geraer, basler und die berliner allgemein. da kam es zu pass, das kürzlich der SPvGG Greuther Fürth den "Club" düpierte und ins deutsche pokalviertelfinale einzog. das wäre als ob ein nobelpreis für physik nach gera ginge oder udo jürgens nach basel zöge. die fränkische erde bebte. für momente war die erdachse verrückt als ob tausende yogische flieger hüpften. ganz nürnberg bekam die jaggerzunge zu sehen. doch die bereiteten still ihren gnadenlosen rachfeldzug vor. mit ungeahnter härte und grausamkeit werden sie zurück schlagen. die heftigste waffe, die nünberg ziehen kann, wird gezückt.

DEBUS

ja da geht ihnen schon beim lesen der stuhl spontan ab. es ist wahr. der grosse debus wird am 22. 01. 2012 um 11:00 uhr im stadttheater fürth seine bisher grösste werkschau eröffnen. und man muss kein kabbalist oder numerologe sein um zu sehen, dass der weltuntergang da stattfinden wird und der 21.12. 2012 einfach nur ein zahlendreher ist. schlingensief hat vor jahren einhundert zehnfrankenscheine vom balkon des basler rathauses geworfen und tatsächlich, das normale leben stockte, die menschen vergassen im zentrum der kulturstadt ihre kultur und balgten sich ums geld. und genau das, doch in ganz anderen bis dahin unvorstellbaren und nie dagewesenen ausmassen wird in fürth geschehen. was wird aus einer stadt, die nicht mehr stattfindet, weil alle DIESE bilder sehen wollen? sie löst sich quasi auf! sie wird sinnlos und zerläuft in die pegnitz. wie der rattenfänger von hameln wird debus den fürthern den kopf verdrehen und sie werden ihm alle nach nürnberg nach tappen und kunstasylanten werden. die welt wird in drei tagen eine andere sein und alles nur wegen debus, der schärfsten waffe nach dem nürnberger trichter, dem nürnberger ei und der nürnberger bratwurst. untermalt wird der untergang vom chaussin duo. wenigstens wird der untergang der welt schön klingen. adieu fürth, adieu provinz, adieu welt!

der dominator


kim il hasenzahn

via des Herrn Ü.'s Blog

Freitag, 30. Dezember 2011

Grüße von der Camorra. 2012 wird heiß.

Diese Tage erreichen mich natürlich allerlei Wünsche fürs Jahr 2012. Eine E-Mail machte mich so neugierig dass ich sie öffnete, denn ich konnte mir nicht vorstellen, wie ich in den Verteiler des Museo d'Arte Contemporanea aufgenommen wurde. Als ich die Mail öffne sehe ich folgendes Bild:


So weit ja noch ok, wenngleich auch ein wenig übertrieben. Richtig mulmig wird mir, als ich sehe, wo das Museo d'Arte Contemporanea beheimatet ist. Nämlich auf Sizilien. Ich erschrecke. Was bedeutet CAM? Camorra? Warum das Feuer?

Das Jahr 2012 wird wohl bandheiß für mich. Denn wen die Camorra erst mal auf dem Kieker hat, der lebt nicht lange.

Was habe ich nur getan??

André Debus

Freitag, 16. Dezember 2011

Cai Wagner. Eine Galerie finden.

Mein erster Gedanke, als ich diesen Titel sah: „Oho, wieder ein Buch für Hobbyisten die sich auf diesem Wege in den Kunstmarkt einzubringen hoffen. Für 16,80 €? Ein wenig teuer. Hmmja – ist ja auch nicht für Kunststudenten. Schließlich werden mit diesem Buchtitel große Träume bedient. Und da der Markt hier dünn besät ist, wird Herr Wagner sicherlich gutes Geld mit dem Ding machen. Ein prima Schachzug.“

Zumindest im ersten Teil habe ich mich gründlich geirrt. Wie aber sollte ich auch darauf kommen, dass Herr Wagner schwerpunktmäßig, ja eigentlich ausschließlich professionell arbeitende Künstler mit Hochschulabschluss anspricht? Ist es doch in seriösen Kreisen unüblich zu sagen dass ein Künstler eine Galerie findet, wo doch eigentlich Galerien die Künstler finden sollten.

Tja, und dann finde ich eine Besprechung von Thomas Wulffen, kriege eine Empfehlung von einer taffen Kollegin und finde eine weitere Rezension in der elitären Monopol. Also kaufe ich mir das Buch doch, obwohl ich eigentlich wenig Interesse habe eine zweistellige Summe in ein Schreibstück diesen Themas zu investieren.

Tatsächlich ist das Buch aufgebaut, wie ein klassisches Weiterbildungsseminar für Selbstständige in der Marktwirtschaft: 1. Wie nehme ich eine gute Selbsteinschätzung vor? Wo stehe ich am Kunstmarkt? 2. Die Suche nach einer Galerie. Welche passt überhaupt zu mir? 3. Die klassischen Fettnäpfchen bei der Kontaktaufnahme. Was geht gar nicht? 4. Die richtige Kontaktaufnahme bis hin zum persönlichen Gespräch im Atelier. 5. Alternative Selbstvermarktungskonzepte.

Die inhaltlich schlüssig ausgeführten Herangehensweisen werden flankiert von einer netten Geschichte mit überraschenden Wendungen aus Herrn Wagners Galerie, die er seit über zehn Jahren in Berlin führt. Zum Schluss kommen ein paar Zahlen vom Kunstmarkt, die mich überrascht haben, obwohl ich eigentlich einen guten Einblick in das Thema habe.

Alles in allem ist dieses Buch gut lesbar. Inhaltlich fundiert. Herr Wagner macht den vertrauenswürdigen Eindruck eines echten Insiders. Und die These, dass Künstler, die sich eine Galerie wünschen, auf diese auch aktiv zugehen sollen, halte ich für begründet. Oft ist es nämlich so, dass die „Lieblingsgalerie“ schlichtweg nie etwas vom betreffenden Interessenten erfahren würde, wenn dieser denn nicht irgendwann mal einen Katalog einsendet.

Kritik am Buch gibt’s auch: Eine wesentliche Möglichkeit für Künstler in Kontakt mit Galerien zu kommen wird nur in Nebensätzen abgehandelt. Meiner Meinung nach ist sie jedoch die effizientere. Nämlich die Teilnahme an Wettbewerben. Gewinnt man, steht man sowieso im Fokus. Hier gibt Herr Wagner auch gute Handlungsanweisungen. Aber man muss nicht immer gewinnen. Ich bin persönlich schon mehrfach von Jurymitgliedern nach Sitzungen auf nationaler und internationaler Ebene kontaktiert worden, ohne was gewonnen zu haben. Die ganze Palette allgemeiner Marktpräsenz macht wohl letztendlich den erfolgreichen Künstler. Man hätte durchaus noch mehr darauf eingehen können, wie eine professionelle Bewerbungsmappe aussieht oder wie man Kontakte auch zu Kuratoren, Jurymitgliedern und öffentlichen Entscheidungsträgern aufbaut.

Fazit: Professionell arbeitende Künstler mit Hochschulabschluss, die sich eine Galeriezusammenarbeit wünschen, sollten diese 16,80 € investieren.

Cai Wagner, Eine Galerie finden, Jovis, ISBN 9783868591316



Prolog: Herrn Wagners These gründet auf der Vorstellung dass ein Künstler ohne galeristische Vertretung nur in wenigen Ausnahmefällen existieren kann. Hier täuschen auch ein wenig die Zahlen am Schluss des Buches. Tatsächlich nähren sich die Verdienstangaben bei der KSK aus Einkünften die Künstler durch Auftragsarbeiten, Unterrichtshonorare oder jedwede Dienstleistungen erzielen, die teils in krude Zusammenhänge mit freier künstlerischer Tätigkeit gebracht werden. Lieber sollte man dazu übergehen, Jobs zu enttabuisieren. Dann würden nur noch sehr wenige Künstler übrigbleiben, die tatsächlich von ihrer Arbeit leben. Tatsächlich kann man aber als Künstler ganz gut leben, wenn man dazu bereit ist, sich seine finanzielle Rückendeckung dazuzuverdienen (Unterricht, Auftragsarbeiten, Kellnern et cetera). Ein anderer Umgang mit diesem Thema, würde so manchem deprimiertem Künstler helfen, sein inneres Gleichgewicht wieder zu finden.

André Debus

Freitag, 11. November 2011

Der große Debus in Oberviechtach. II

Heute Abend ist Vernissage mit dem Großen Debus im Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum Oberviechtach. Hier der exklusive Preview für alle Fips:



Mühlweg 7, 92526 Oberviechtach - Vernissage ab 19.00 Uhr.

Sonntag, 30. Oktober 2011

Der große Debus in Oberviechtach.

Die Freunde der Kunst Oberviechtach haben meine Wenigkeit zu einer Ausstellung ins dortige Stadtmuseum geladen. Daher darf ich an dieser Stelle feierlich verkündigen: der große Debus vernissagiert am 11. November in dieser kleinen Stadt mit großer Zukunft.

"Auf dem Schulweg", Öl auf altem Bild, 40 x 30 cm, 2011
Eine Bekannte meinte neulich zu mir, ich sollte doch mal in Dinkelsbühl (ihrem Wohnort) ausstellen. Immerhin sei Dinkelsbühl Weltkulturerbe. Darauf kann ich nur erwidern: Solange meine Bilder in Oberviechtach hängen, hat auch diese Ortschaft beste Chancen Weltkulturerbe zu werden. In diesem Sinne lade ich alle Leser diesen Posts zur Ausstellung "Welttheater" in die Oberpfalz. Lassen wir diese beschauliche Ortschaft aus allen Nähten platzen, auf dass sich die Erdachse verschiebe. Ich jedenfalls freue mich schon sehr auf die netten Leute vor Ort.

Die Einladungskarte gibt es hier als pdf zum Download.

Herzlichst

Euer André

Montag, 5. September 2011

das ende der tristesse - andre debus kommt nach berlin

andre debus - das fremde kind

herr ü. nimmt sich nun die grosse ehre und freude, erstmalig auf einen kommendes ereignis in berlin hinzuweisen. der nürnberger maler und freund des alten wortes, andre debus, wird sein berlindebut haben. ja, da besteht debus drauf, immer wieder debutant zu sein. herr ü. hat einen freund aus wean, der meint, ohne debutantenball ist der weg nach oben flacher und steiniger. lass dich also vor versammelter gesellschaft zum niedlichen tanzanfänger machen und schon bis du drin in der gesellschaft. genau so macht das andre debus, ausserdem ist understatement die wirkungsvollste angabe. und da jongliert der maler mit seinen sujets, dem leben draussen und sich selbst als material. debus bilder sind zum teil das gegenteil von understatement. sie spielen mit der ewigen selbstbespiegelung des real einsamen modernen menschen. der narziss ist am ende in ein formidables selbstgespräch mit all seinen ichs verwickelt und hört die welt nur noch durch seine eigene stimme. so könnte man das unten stehende bild interpretieren, aber das will herr ü. gar nicht. er will keine bilder interpretieren. er kann das auch gar nicht. er kann sie fühlen und vielleicht auch glauben sie zu verstehen. debus geht einen schritt weiter, narziss und ewige auseinandersetzung mit sich selbst, die gefordert ist, will man richtig gelebt haben und die heute also alle die eingermassen intellektuell in der lage sind auch immer wieder durchziehen, ist kleinbürgerliches allgemeingut geworden. vielleicht sind es ja auch verschiedene personen, die auf den bildern diskutieren und aufsteigen, nur sehen sie alle gleich aus. und auch noch wie der maler selbst. debus thema ist ganz offensichtlich die subjektivität, die er als massenphänomen verlacht. damit ist debus thema die kunst direkt. darum sind es auch keine karikaturen in öl. den mut, für einen sehr perfekt malenden spassvogel gehalten zu werden, bewundert herr ü. besonders an debus. er nimmt in kauf, auch missverstanden zu werden. er spielt damit. alles zeichen von grösse. jede schule entwickelt irgendwann pathos. und maler wie debus zünden das an. deswegen hat er nicht unrecht, wenn er sich an der eigenen linie aufsteigend malt.



debus wird ab 1. oktober 2011 im NOYMAN MILLER in erstmalig in berlin zu sehen sein.

Herr Ü