1. Ein biederes Haus in einem ruhigen Quartier in Z., barock aufgetunt, hellviolett gestrichen, angeklebte Stuckaturen und Erker an den Fassaden, ein Gartenzaun, dessen grasgrüne Staketen mit Lampen bestückt sind, schwarze Limousinen vor dem Haus mit Kennzeichen aus Z., aber dem steuergünstigeren ZG., in denen manchmal Wachmänner sitzen, vor allem nachts, damit die Masse an Bronze nicht irgendwo versehentlich zum Altmetallpreis verhökert wird. Auf dem Garagenvorplatz steht ein monumentaler Miró, neben dem Eingang ein an eine Leuchtreklame gemahnendes, ebenso hochkarätiges Stück Kunst, vermutlich von Indiana, und auf dem Balkon versteckt sich leider hinter den Büschen eine rote LOVE-Schrift von ebendiesem Künstler. Nachbarn vermuten ein Nebenhaus der Galerie am P.-Platz mit Filiale in St. M. Das im Zuckerbäcker-Stil aufgemotzte Gebäude steht in krassem Gegensatz zur gebotenen Kunst, aber vielleicht gefällt's der hochbetuchten Kundschaft. Ich möchte nicht tagtäglich dran blicken müssen.
2. Wenn wir schon bei den Bluechips sind, dann aber geballt und am gleichen Wochenende! Abgesehen vom mit biederen Balkonblumen bepflanzten, 12 m hohen Hund im schönen Park des wunderbaren Museums in R. bei B., ist es schon einmal sehenswert, was der Mann so alles in den letzten Jahren getrieben hat. Die Überdimensionalität und die Perfektion der Herstellung der Kunstwerke haben mich beeindruckt!
Die Lösungen der beiden Rätsel sollten in Zeiten des globalisierten Kunstmarktes ein Kinderspiel sein!
Elisabeth Eberle
P.s. Zu Nr.2 gebe ich einen Hinweis .
Samstag, 19. Mai 2012
Zwei Bluechips-Kunsträtsel an einem Wochenende
Markus Wirthmann - Vom Prozess und seiner Ästhetik
Geben Sie doch mal das Wort Äolik in eine Suchmaschine ein. In geheimnisvoller Art und Weise verbinden sich die ersten Treffer mit einem Namen - mit dem von Markus Wirthmann. Und dabei hat er weder dieses Wort noch gar den dahinter stehenden Prozess entwickelt. Ein äolischer Prozess meint nämlich einen durchaus bekannten Vorgang: Sand wird vom Wind in bizarre Landschaftsformen geweht - in Dünen wie wir sie von Hintergrundbildern diverser Computerbildschirme kennen. Und Markus Wirthmann macht Kunst daraus. Im Kunstverein der Grafschaft Bentheim verfrachtet er im Jahre 2008 eineinhalb Tonnen Sand auf den Dachboden und ließ diesen durch ein kleines Loch in der Decke in die Ausstellungsräumlichkeiten rieseln, wo mit Hilfe von Ventilatoren eine zebrastreifige Wüstenlandschaft entstand. Dieses Konzept gibt es in mehreren Varianten, so auch auf Tischen oder besonders schön: die "Äolik aus der Streusandbüchse" im Berliner Georg-Kolbe-Museum 2011:
Und da sind wir auch schon beim Thema: Ästhetik. Markus Wirthmann geht als Künstler vom Konzept aus. Er nimmt einen physikalischen oder chemischen Vorgang und führt diesen im Modellversuch im "Labor", dem Ausstellungsraum aus. Der Betrachter kann den Prozess in Anwesenheit begleiten und beobachten, zumindest aber das Resultat sehen. Im Gegensatz zu vielen prozesshaften Kunstwerken, wie beispielsweise von Andy Goldsworthy oder Robert Smithson, zerfallen Wirthmanns Werke nicht, sondern sie entstehen. So transportieren sie eine tendenziell positive Botschaft wissenschaftlicher Neugier. Jeder Schritt bis zum Ende der Ausstellung, beziehungsweise der Fertigstellung des Kunstwerkes, ist von ästhetischem Fortschritt begleitet. Jede Minute verheißt Entwicklung und Schönheit.
In einem weiteren Punkt heben sich Markus' Wirthmanns Arbeiten von denen zahlreicher Kollegen ab. Weder sind seine Arbeiten reine Ästhetik noch spröde Konzeptkunst. Vielen Kunstschaffenden fällt der Grat zwischen belangloser Ästhetik und unkommunizierbaren Rohideen sehr schwer. So manche Konzeptausstellung verlangt einen erheblichen Hang zum Masochismus um ihr noch einen schönheitsrezipativen Anteil abgewinnen zu können. Wirthmanns Arbeiten sind dagegen streng durchdacht und halten doch den Betrachter neugierig bei der Stange. Und der ästhetische Wert dürfte nicht nur meiner subjektive Vorstellung Genüge leisten.
Streng durchdacht? Ja. Dies wird deutlich, wenn man weitere Arbeiten von ihm betrachtet. Dort wiederholen sich nämlich oben genannte Grundschritte in überraschenden Variationen.
"Küchenwissenschaften"
Der Prozess: Lebens- und Reinigungsmittel, Hülsenfrüchte und farbige Flüssigkeiten aus dem alltäglichen Gebrauch werden auf einem Flachbildscanner verteilt, wo sie ineinanderfließende, transluzide Farbwolken bilden. Während des Fließprozesses werden sie gescannt. Das entstandene Bild wird als großformatiger Abzug in den Ausstellungsraum gehängt und dient quasi als Dokument des Mischvorganges.
Die Zeit: Während des Scanvorgangs fließen die Flüssigkeiten ineinander und bilden neue und vorher nicht berechenbare Formen aus. Auch wenn der Vorgang nur kurz ist, so spielt doch die Veränderung während des scannens eine wesentliche Rolle und bleibt selbst im eigentlich statischen, zweidimensionalen Print präsent.
Die Ästhetik: Auch wenn ja bekanntlichermaßen Schönheit ein recht subjektiver Begriff ist, so soll man mir erst mal einen anderen Künstler nennen, der dem scheinbar banalen, technischen Vorgang der Durchdringung verschiedenartiger Flüssigkeiten einen solchen dauerhaften und ästhetischen Ausdruck verleihen kann:
"Salzbilder"
Der Prozess: Leinwände werden in eine starke Salzlösung eingelegt. Es werden Kochsalz, aber auch farbige, kristallbildende Materialien wie u.a. Kaliumpermanganat oder Kupfersulfat verwendet.
Die Zeit: Binnen Stunden bis Monaten bilden sich auf den Leinwänden während des Verdunstungsvorganges und der damit einhergehenden Übersättigung der Lösung Kristalle aus. In seiner Ausstellung "Tracht und Habitus" 2011 in der kleinen Orangerie des Schlosses Charlottenburg, Berlin, fand der Prozess während der Ausstellungsdauer sichtbar vor den Betrachtern statt. Die Dokumentation findet man auf Markus' Wirthmanns Homepage.
Die Ästhetik: Nun ja, mineralische Kristalle faszinieren die Menschheit von ihrem Anbeginn an. Doch die Form der Sichtbarmachung, die Wirthmann wählt, trägt weiterhing seine Handschrift. Sie lassen den Betrachter teilhaben und reflektieren. Auch die Schönheit der Vermittlung spielt hier eine wichtige Rolle.
So möchte ich abschließend feststellen was mich an diesen Arbeiten fasziniert: es sind die gut durchdachten Konzepte, die mit ansprechender Ästhetik vorgetragen werden. Wir leben in einer Zeit und einer Kultur, in der wir uns vor Kunst kaum noch retten können. Doch nur wenigen Künstlern gelingt es, die Waage zwischen Inhalt und Form so zu treffen wie Markus Wirthmann.
André Debus
Und da sind wir auch schon beim Thema: Ästhetik. Markus Wirthmann geht als Künstler vom Konzept aus. Er nimmt einen physikalischen oder chemischen Vorgang und führt diesen im Modellversuch im "Labor", dem Ausstellungsraum aus. Der Betrachter kann den Prozess in Anwesenheit begleiten und beobachten, zumindest aber das Resultat sehen. Im Gegensatz zu vielen prozesshaften Kunstwerken, wie beispielsweise von Andy Goldsworthy oder Robert Smithson, zerfallen Wirthmanns Werke nicht, sondern sie entstehen. So transportieren sie eine tendenziell positive Botschaft wissenschaftlicher Neugier. Jeder Schritt bis zum Ende der Ausstellung, beziehungsweise der Fertigstellung des Kunstwerkes, ist von ästhetischem Fortschritt begleitet. Jede Minute verheißt Entwicklung und Schönheit.
In einem weiteren Punkt heben sich Markus' Wirthmanns Arbeiten von denen zahlreicher Kollegen ab. Weder sind seine Arbeiten reine Ästhetik noch spröde Konzeptkunst. Vielen Kunstschaffenden fällt der Grat zwischen belangloser Ästhetik und unkommunizierbaren Rohideen sehr schwer. So manche Konzeptausstellung verlangt einen erheblichen Hang zum Masochismus um ihr noch einen schönheitsrezipativen Anteil abgewinnen zu können. Wirthmanns Arbeiten sind dagegen streng durchdacht und halten doch den Betrachter neugierig bei der Stange. Und der ästhetische Wert dürfte nicht nur meiner subjektive Vorstellung Genüge leisten.
Streng durchdacht? Ja. Dies wird deutlich, wenn man weitere Arbeiten von ihm betrachtet. Dort wiederholen sich nämlich oben genannte Grundschritte in überraschenden Variationen.
"Küchenwissenschaften"
Der Prozess: Lebens- und Reinigungsmittel, Hülsenfrüchte und farbige Flüssigkeiten aus dem alltäglichen Gebrauch werden auf einem Flachbildscanner verteilt, wo sie ineinanderfließende, transluzide Farbwolken bilden. Während des Fließprozesses werden sie gescannt. Das entstandene Bild wird als großformatiger Abzug in den Ausstellungsraum gehängt und dient quasi als Dokument des Mischvorganges.
Die Zeit: Während des Scanvorgangs fließen die Flüssigkeiten ineinander und bilden neue und vorher nicht berechenbare Formen aus. Auch wenn der Vorgang nur kurz ist, so spielt doch die Veränderung während des scannens eine wesentliche Rolle und bleibt selbst im eigentlich statischen, zweidimensionalen Print präsent.
Die Ästhetik: Auch wenn ja bekanntlichermaßen Schönheit ein recht subjektiver Begriff ist, so soll man mir erst mal einen anderen Künstler nennen, der dem scheinbar banalen, technischen Vorgang der Durchdringung verschiedenartiger Flüssigkeiten einen solchen dauerhaften und ästhetischen Ausdruck verleihen kann:
![]() |
| 02. Versuch 05. Version 2008 |
Der Prozess: Leinwände werden in eine starke Salzlösung eingelegt. Es werden Kochsalz, aber auch farbige, kristallbildende Materialien wie u.a. Kaliumpermanganat oder Kupfersulfat verwendet.
Die Zeit: Binnen Stunden bis Monaten bilden sich auf den Leinwänden während des Verdunstungsvorganges und der damit einhergehenden Übersättigung der Lösung Kristalle aus. In seiner Ausstellung "Tracht und Habitus" 2011 in der kleinen Orangerie des Schlosses Charlottenburg, Berlin, fand der Prozess während der Ausstellungsdauer sichtbar vor den Betrachtern statt. Die Dokumentation findet man auf Markus' Wirthmanns Homepage.
Die Ästhetik: Nun ja, mineralische Kristalle faszinieren die Menschheit von ihrem Anbeginn an. Doch die Form der Sichtbarmachung, die Wirthmann wählt, trägt weiterhing seine Handschrift. Sie lassen den Betrachter teilhaben und reflektieren. Auch die Schönheit der Vermittlung spielt hier eine wichtige Rolle.
So möchte ich abschließend feststellen was mich an diesen Arbeiten fasziniert: es sind die gut durchdachten Konzepte, die mit ansprechender Ästhetik vorgetragen werden. Wir leben in einer Zeit und einer Kultur, in der wir uns vor Kunst kaum noch retten können. Doch nur wenigen Künstlern gelingt es, die Waage zwischen Inhalt und Form so zu treffen wie Markus Wirthmann.
André Debus
Freitag, 11. Mai 2012
ich mir selbst & dürer
So lautet der hoffnungsfroh stimmende Ausstellungstitel der nächsten Ausstellung in der Kreis-Galerie.
Auch vom Herrn Debus wird ein Bild zu sehen sein. So ein kleines, feines, neues, welches man sich unbedingt im Original besehen sollte.
Es stellen aus: die Kreismitglieder, sowie geladene Gäste. Wann: Eröffnung am Mittwoch, den 16. Mai um 19.00 Uhr, Ausstellung 18. Mai bis 23. Juni - auch zur Blauen Nacht geöffnet. Wo: Kreis-Galerie am Germanischen Nationalmuseum, Kartäusergasse 14, 90402 Nürnberg
Einladungskarte
Link
André Debus
Auch vom Herrn Debus wird ein Bild zu sehen sein. So ein kleines, feines, neues, welches man sich unbedingt im Original besehen sollte.
Es stellen aus: die Kreismitglieder, sowie geladene Gäste. Wann: Eröffnung am Mittwoch, den 16. Mai um 19.00 Uhr, Ausstellung 18. Mai bis 23. Juni - auch zur Blauen Nacht geöffnet. Wo: Kreis-Galerie am Germanischen Nationalmuseum, Kartäusergasse 14, 90402 Nürnberg
Einladungskarte
Link
André Debus
Samstag, 21. April 2012
Mythos Ophelia
Was mir gefällt: Künstler, die totgetretenen Themen der Kunstgeschichte überraschende, neue Aspekte entnehmen. Einer der wenigen großen Klassiker der Kunstgeschichte, der weder aus der Bibel noch von den Griechen und Römern entnommen wurde, ist der Tod der Ophelia. Jene Dame musste aus dramatischen Gründen im 7. Aufzug des 4. Aktes in Shakespears "Hamlet" ihr Leben lassen. Die Szene lebt von ihrer erschreckenden Kürze und der Unklarheit, ob der Ertrinkungstod womöglich ein Freitod gewesen sein könnte, was aus gesellschaftlichen Gründen nämlich gar nicht ging. Jedenfalls wurde seitdem die weibliche Wasserleiche zum beliebten Thema in Literatur und natürlich den Bildenen Künsten.
Überrascht bin ich stets, wenn es jemandem gelingt, einen absolut neuen Blickwinkel zu finden. Dazu gehört einer meiner Lieblingskünstler: Michael Triegel. In seinem Bild "Tod der Ophelia" erreicht er mit der Absenz der Wasserleiche eine neue und überraschende Wendung in der Rezeption des Themas:
Letztlich wird das Thema nur noch durch den Titel suggeriert. Ähnlich gute Würfe gelingen ihm mit dem Abendmahl und dem Prometheus-Mythos.
Schon 1912 ist Gottfried Benn in seinem Gedicht "Schöne Jugend" eine geradezu wahnwitzige Verkehrung des Ophelia-Motives gelungen:
Der Mund eines Mädchens, das lange im Schilf gelegen hatte,
sah so angeknabbert aus.
Als man die Brust aufbrach, war die Speiseröhre so löcherig.
Schließlich in einer Laube unter dem Zwerchfell
fand man ein Nest von jungen Ratten.
Ein kleines Schwesterchen lag tot.
Die anderen lebten von Leber und Niere,
tranken das kalte Blut und hatten
hier eine schöne Jugend verlebt.
Und schön und schnell kam auch ihr Tod:
Man warf sie allesamt ins Wasser.
Ach, wie die kleinen Schnauzen quietschten!
Benn, der Arzt, schaffte es in analytischer Kaltblütigkeit den todessehnsüchtigen, drogengeschwängerten Blick des 19. Jahrhunderts in ein paar Sätzen hinwegzuwischen.
Mit solchen Künstlern bereitet ikonografische Geschichte Freude. Die Idee zu dem Post ist einem wunderbaren Beitrag des Nachtstudios auf Bayern 2 zu verdanken: "Auf stiller, dunkler Flut" von Harry Lachner.
André Debus
Überrascht bin ich stets, wenn es jemandem gelingt, einen absolut neuen Blickwinkel zu finden. Dazu gehört einer meiner Lieblingskünstler: Michael Triegel. In seinem Bild "Tod der Ophelia" erreicht er mit der Absenz der Wasserleiche eine neue und überraschende Wendung in der Rezeption des Themas:
![]() |
| Michael Triegel, Tod der Ophelia, Eitempera/Öl auf Hartfaser, 80 x 60 cm, 2009 |
Schon 1912 ist Gottfried Benn in seinem Gedicht "Schöne Jugend" eine geradezu wahnwitzige Verkehrung des Ophelia-Motives gelungen:
Der Mund eines Mädchens, das lange im Schilf gelegen hatte,
sah so angeknabbert aus.
Als man die Brust aufbrach, war die Speiseröhre so löcherig.
Schließlich in einer Laube unter dem Zwerchfell
fand man ein Nest von jungen Ratten.
Ein kleines Schwesterchen lag tot.
Die anderen lebten von Leber und Niere,
tranken das kalte Blut und hatten
hier eine schöne Jugend verlebt.
Und schön und schnell kam auch ihr Tod:
Man warf sie allesamt ins Wasser.
Ach, wie die kleinen Schnauzen quietschten!
Benn, der Arzt, schaffte es in analytischer Kaltblütigkeit den todessehnsüchtigen, drogengeschwängerten Blick des 19. Jahrhunderts in ein paar Sätzen hinwegzuwischen.
Mit solchen Künstlern bereitet ikonografische Geschichte Freude. Die Idee zu dem Post ist einem wunderbaren Beitrag des Nachtstudios auf Bayern 2 zu verdanken: "Auf stiller, dunkler Flut" von Harry Lachner.
André Debus
Mittwoch, 1. Februar 2012
Was wir immer schon wissen wollten...
Warum sehen Bilder eigentlich so aus, wie sie aussehen? Dieses Geheimnis wird nun gelüftet. La boite verte hat die Antwort:
Weitere kunsthistorisch fundierte Theorien gibt es hier zu sehen.
Ein Tipp von T&NOK aus Amsterdam
Weitere kunsthistorisch fundierte Theorien gibt es hier zu sehen.
Ein Tipp von T&NOK aus Amsterdam
Mittwoch, 25. Januar 2012
Das Geld in der Kunst
Melde mich ab als Künstlerin! Dagegen haben wir alle keine Chance!
Nachdem Charlotte Lindenberg mich dafür sensibilisiert hat, verfolgt es mich: Das Geld in der Kunst.
Bin heute per Zufall dazu geraten, als ich am Abend im Finanzzentrum am Paradeplatz in Zürich die Strassenbahn wechseln musste:
Kunst aus Geld, besser gesagt, Kunst gefräst aus Bündeln von Dollarbanknoten.
Blick durchs Schaufenster der edlen Galerie, in dem sich die Grossbanken spiegeln: Junger Künstlerstar inszeniert an Vernissage, umringt von jungen Frauen, medial aufgestellt inmitten eines Heeres von Fotografen und Türstehern und umschwärmt von blondierten Kundinnen und deren edel betuchten Ehemännern. Der Gedanke an „Boxenluder“ wie im Formel 1-Zirkus war nah, fehlte doch nur noch der spritzende Champagner!
Da war die Ausstellung mit den Dollarnoten von Feldmann im Guggenheim geradezu bescheiden-zurückhaltend.
Elisabeth Eberle
Nachdem Charlotte Lindenberg mich dafür sensibilisiert hat, verfolgt es mich: Das Geld in der Kunst.
Bin heute per Zufall dazu geraten, als ich am Abend im Finanzzentrum am Paradeplatz in Zürich die Strassenbahn wechseln musste:
Kunst aus Geld, besser gesagt, Kunst gefräst aus Bündeln von Dollarbanknoten.
Blick durchs Schaufenster der edlen Galerie, in dem sich die Grossbanken spiegeln: Junger Künstlerstar inszeniert an Vernissage, umringt von jungen Frauen, medial aufgestellt inmitten eines Heeres von Fotografen und Türstehern und umschwärmt von blondierten Kundinnen und deren edel betuchten Ehemännern. Der Gedanke an „Boxenluder“ wie im Formel 1-Zirkus war nah, fehlte doch nur noch der spritzende Champagner!
Da war die Ausstellung mit den Dollarnoten von Feldmann im Guggenheim geradezu bescheiden-zurückhaltend.Elisabeth Eberle
Freitag, 20. Januar 2012
fürth, nürnberg, debus und das ende der welt in drei tagen
während wir uns zusammen nehmen und nicht sagen was wir über diesen kapitän denken, bloss weil uns mal so ein koksnasiger italiener die frau weggefickt hat und während wir uns an den präsident der schnäppchenjäger gewöhnt haben und darauf warten das er bald mal ganz ganz scharf von charlotte roche interviewt wird und während neuchatel keinen fussballklub mehr hat und wir auch hier versuchen das klischee im maule zu behalten und vor allem nicht putin dazu sprechen zu lassen und während wir also geruhsam vor uns hinleben und froh sind, dass weder bei den hausdurchsuchungen bei wulffs freunden noch bei dem gesprengten insiderring an der wall street unser name fallen wird, während wir also einfach so weiter vor uns hin dümpeln und unsere verbrechen verbergen so gut es eben geht, braut sich in franken eine veritable katastrophe zusammen. hinterher haben es dann wieder alle gewusst. im moment lassen wir die kinder friedlich in afrika sterben wie immer, freuen uns über unseren atomfreien strom aus der basler steckdose und lachen über die frau die den 1.5 millionen ring verliert. doch das ende naht und nicht erst am 21.12. 2012! die städte nürnberg und führt leben in einer gewissen konkurrenz zueinadner. so wie zürich und basel oder gera und jena. nur sind sie eben viel näher beieinander so wie treptow und neukölln etwa. das einzige was nürnberg von fürth trennt ist die pegnitz. das muss nicht unser problem sein, die nürnberger sind die grösseren und die fürther also dauerdepressiv wie die geraer, basler und die berliner allgemein. da kam es zu pass, das kürzlich der SPvGG Greuther Fürth den "Club" düpierte und ins deutsche pokalviertelfinale einzog. das wäre als ob ein nobelpreis für physik nach gera ginge oder udo jürgens nach basel zöge. die fränkische erde bebte. für momente war die erdachse verrückt als ob tausende yogische flieger hüpften. ganz nürnberg bekam die jaggerzunge zu sehen. doch die bereiteten still ihren gnadenlosen rachfeldzug vor. mit ungeahnter härte und grausamkeit werden sie zurück schlagen. die heftigste waffe, die nünberg ziehen kann, wird gezückt.
ja da geht ihnen schon beim lesen der stuhl spontan ab. es ist wahr. der grosse debus wird am 22. 01. 2012 um 11:00 uhr im stadttheater fürth seine bisher grösste werkschau eröffnen. und man muss kein kabbalist oder numerologe sein um zu sehen, dass der weltuntergang da stattfinden wird und der 21.12. 2012 einfach nur ein zahlendreher ist. schlingensief hat vor jahren einhundert zehnfrankenscheine vom balkon des basler rathauses geworfen und tatsächlich, das normale leben stockte, die menschen vergassen im zentrum der kulturstadt ihre kultur und balgten sich ums geld. und genau das, doch in ganz anderen bis dahin unvorstellbaren und nie dagewesenen ausmassen wird in fürth geschehen. was wird aus einer stadt, die nicht mehr stattfindet, weil alle DIESE bilder sehen wollen? sie löst sich quasi auf! sie wird sinnlos und zerläuft in die pegnitz. wie der rattenfänger von hameln wird debus den fürthern den kopf verdrehen und sie werden ihm alle nach nürnberg nach tappen und kunstasylanten werden. die welt wird in drei tagen eine andere sein und alles nur wegen debus, der schärfsten waffe nach dem nürnberger trichter, dem nürnberger ei und der nürnberger bratwurst. untermalt wird der untergang vom chaussin duo. wenigstens wird der untergang der welt schön klingen. adieu fürth, adieu provinz, adieu welt!
via des Herrn Ü.'s Blog
DEBUS
ja da geht ihnen schon beim lesen der stuhl spontan ab. es ist wahr. der grosse debus wird am 22. 01. 2012 um 11:00 uhr im stadttheater fürth seine bisher grösste werkschau eröffnen. und man muss kein kabbalist oder numerologe sein um zu sehen, dass der weltuntergang da stattfinden wird und der 21.12. 2012 einfach nur ein zahlendreher ist. schlingensief hat vor jahren einhundert zehnfrankenscheine vom balkon des basler rathauses geworfen und tatsächlich, das normale leben stockte, die menschen vergassen im zentrum der kulturstadt ihre kultur und balgten sich ums geld. und genau das, doch in ganz anderen bis dahin unvorstellbaren und nie dagewesenen ausmassen wird in fürth geschehen. was wird aus einer stadt, die nicht mehr stattfindet, weil alle DIESE bilder sehen wollen? sie löst sich quasi auf! sie wird sinnlos und zerläuft in die pegnitz. wie der rattenfänger von hameln wird debus den fürthern den kopf verdrehen und sie werden ihm alle nach nürnberg nach tappen und kunstasylanten werden. die welt wird in drei tagen eine andere sein und alles nur wegen debus, der schärfsten waffe nach dem nürnberger trichter, dem nürnberger ei und der nürnberger bratwurst. untermalt wird der untergang vom chaussin duo. wenigstens wird der untergang der welt schön klingen. adieu fürth, adieu provinz, adieu welt!
der dominator
kim il hasenzahn
via des Herrn Ü.'s Blog
Freitag, 30. Dezember 2011
Grüße von der Camorra. 2012 wird heiß.
Diese Tage erreichen mich natürlich allerlei Wünsche fürs Jahr 2012. Eine E-Mail machte mich so neugierig dass ich sie öffnete, denn ich konnte mir nicht vorstellen, wie ich in den Verteiler des Museo d'Arte Contemporanea aufgenommen wurde. Als ich die Mail öffne sehe ich folgendes Bild:
So weit ja noch ok, wenngleich auch ein wenig übertrieben. Richtig mulmig wird mir, als ich sehe, wo das Museo d'Arte Contemporanea beheimatet ist. Nämlich auf Sizilien. Ich erschrecke. Was bedeutet CAM? Camorra? Warum das Feuer?
Das Jahr 2012 wird wohl bandheiß für mich. Denn wen die Camorra erst mal auf dem Kieker hat, der lebt nicht lange.
Was habe ich nur getan??
André Debus
So weit ja noch ok, wenngleich auch ein wenig übertrieben. Richtig mulmig wird mir, als ich sehe, wo das Museo d'Arte Contemporanea beheimatet ist. Nämlich auf Sizilien. Ich erschrecke. Was bedeutet CAM? Camorra? Warum das Feuer?
Das Jahr 2012 wird wohl bandheiß für mich. Denn wen die Camorra erst mal auf dem Kieker hat, der lebt nicht lange.
Was habe ich nur getan??
André Debus
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