Montag, 25. Januar 2010

Sebastian Schrader

Wieder einmal bin ich begeistert. Nein dass trifft's eigentlich nicht. Entgeistert. Geradezu entsetzt. Da gibt es einen gewissen Sebastian Schrader in Berlin der nichts anderes tut als meine Begeisterung für alte Meister zu teilen und gleichzeitig die Malerei als Medium für sich zu hinterfragen. Der Typ malt quasi meine Bilder. Nur - und dass ist der Ärger - irgendwie besser. Seitdem mir Elisabeth den Namen gesendet hat, könnte ich mir unentwegt in den Hintern beißen.Richtig gemein ist ja, dass er sich auch noch ständig selber dabei in Szene setzt. Will er damit den von mir propagierten Idealtypus in Form meiner eigenen Person in Frage stellen? Jedenfalls versteht er es auf eine intelligente Art Bildebenen zu vermengen, die Absurdität des bildnerischen Prozesses durch seine tolle Maltechnik sowohl zu verschleiern als auch aufzudecken und er erzählt schräge Storys. Immer wieder fallen mir teils erhebliche Bildanteile auf, die aus purer Malerei und für sich gesehen ohne illusorischen Anspruch bestehen.Der (wie ich) 1978 geborene Künstler hat in Berlin-Weißensee als Meisterschüler bei Prof. Liebmann sein Studium abgeschlossen. Er wird von der Galerie Berlin Art Projects vertreten und wird dieses Jahr in der VIP Lounge des deutschen Pavillions auf der Expo 2010 in Shanghai zu sehen sein. Wer mehr sehen möchte, darf gerne Sebastian Schraders Homepage besuchen.

André Debus

Kommentare:

Axel hat gesagt…

krasser typ - kann man echt nicht meckern!

Anonym hat gesagt…

Vielleicht macht ihr ja beide etwas, was ein gewisser Johannes Grützke schön seit 30 Jahren macht. Dieser hinterfragt zwar nicht "die Malerei als Medium" an sich.- Doch ich denke das liegt daran, zu JG bester Zeit die figurartive Malerei und das Tafelbild ohnehin, anders als heute, in der Kunst schwer , schwer hinterfragt wurde. Das "sich selbst ins Spiel bringen", das andauernde persiflierende Zitieren und die liebe zu den alten Meistern war jedenfalls auch da.
Bei Sebastian Schrader kann ich übrigens das Hinterfragen der Malerei als Medium auch nicht so deutlich erkennen wie bei Andé Debus den Autor dieses Posts. Der tut das ganz aufrichtig bis zu dem Punkt an dem die Malerei ihn hinterfragt, so dass er sich fragt, ob andere nicht die "besseren" Maler/Maltechniker sind.

Es ließen sich mit Sicherheit noch viele Künstler anführen und entdecken, die ähnliche Zeile verfolgen. Die tun dies bestimmt in verschiedenen Graden der Originalität und Qualität im malerischen Sinne.

Wen es stört in dieser Tradition zu schreiten, der sollte sich jegliche Nostalgie verkneifen und auch die so geliebten Senioren-Meister in der Kiste liegen lassen.

Ansonsten tapfer sein bei der Leichenfledderei!
;-)

Rubin

André Debus hat gesagt…

Danke für Deinen schönen Kommentar, Rubin!