Montag, 29. März 2010

POPLIFE- Wie Künstler endlich ordentlich verdienen können

Die Hamburger Kunsthalle hat von der Tate Modern, London, die Ausstellung Pop Life gekauft und mit einigen lokalen Eigenarten angereichert. Ein Beispiel ist der Streit um die bunten überdimensionierten Plastikringe, die Jeff Koons in den Neunziger Jahren für den Preis eines halben Einfamilienhauses auf dem Spielbudenplatz an der Reeperbahn erreichten sollte und den Briefwechsel Martin Kippenbergers mit einer hanseatischen Galeristin. Hamburger Eigenarten eben, die eine große Ausstellung mit Format lokal anpassen sollen.Natürlich zeigt Pop Life die ewigen alten Poprecken Warhol, Kippenberger, Koons, Haring. Aber Pop Life wagt sich auch an die aktuellen Tendenzen. Gezeigt werden neue Vermarktungszusammenhänge wie sie Damien Hirst in einer Direktauktion seiner Kunstwerke ohne Galerie- oder Auktionshausbeteiligung ausprobiert hat. Hirst nimmt damit im Krisenjahr 2008 eine Rekordsumme von 110 Millionen Pfund ein. Ein anderer grandioser Selbstvermarkter ist der mit japanischer Popkultur auf amüsante Weise spielende Takashi Murakami. Murakami betreibt ein globales Marketingunternehmen, die seine Werke und die anderer Künstler vermarkten. In einem Musikvideo tingelt Hollywood Star Kirsten Dunst als Mangaprinzesschen an den Mund und Nase aufreißenden tokioter Passanten vorbei. Schräg und sehenswert.

Pop Life
12 Februar bis 9. Mai 2010
Hamburger Kunsthalle
Glockengießerwall
20095 Hamburg

Joas Sebastian Nebe

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