Freitag, 21. Mai 2010

Fred Stonehouse

Der aus Milwaukee stammende Fred Stonehouse ist ein ausgesprochen feiner Künstler der dem amerikanischen Lowbrow zuzuordnen ist. Gefunden habe ich ihn, wie sollte es auch anders sein, im www und zwar auf der Seite der Galerie Feinkunst Krüger in Hamburg, wo man noch bis zum 29sten diesen Monats Bilder von ihm sehen kann.Ich mag seine Helden die sich zumeist in beklemmenden Situationen befinden und seltsamen Tätigkeiten nachgehen. Zwar scheint niemand wirklich glücklich zu sein, aber sie haben sich offensichtlich mit ihrem status quo abgefunden. Optisch changieren die Bilder zwischen der frühen Renaissance eines Giotto di Bondone und Reklametafeln des vergangenen Jahrhunderts. Wobei sich letztere ja bei ersteren auch mehr oder weniger bedient haben um den religiösen Habitus zur Bewerbung ihrer Kaufmichs zu nutzen. Auch Fred Stonehouse' Bilder umgibt eine solche sakrale Weihe. Das Leiden der Protagonisten macht sie zu Märtyrern seiner fremdartigen Welt.Fred Stonehouse hat eine hübsche Homepage die man sich besehen sollte.

André Debus

Kommentare:

E. hat gesagt…

Ach, die Ohren!

Anonym hat gesagt…

Wirklich hübsch schräg, Schon eine ganz eigene Bildwelt und trotz André guter stilistischer Einordnung fiel mir beim Betrachten der Bilder noch eine nahe Verwandtschaft zur Form und Bildsprache Frieda Kahlos auf.

Oder täusche ich mich?

Rubin

André Debus hat gesagt…

Jaja, die wahren lowbrows erkennt man daran, wie sie Ohren malen (das war jetzt ein Insiderwitz für E.)

ät Rubin, Kahlo ist auch ein interessanter Vorschlag. Und vielleicht überhaupt latein- und südamerikanische, religiös motivierte Kunst aus dem Bereich der art modeste... Wir haben ja die Kunst der südlichen Hälfte des amerikanischen Kontinents hier in Deutschland standhaft ignoriert. Und dabei ist sie dermaßen spannend! Wenn sich dass erst mal rumspricht wird sie uns auch stark beeinflussen.

André Debus hat gesagt…

P.S. mich beeinflusst sie schon...

Anonym hat gesagt…

Wirst sehen, die dicke Beeinflussung auf breiter Front, kommt immer erst, wenn das fette Finanzwesen sich einer Kunstauffassung annimmt und jeder Banker und Finanzjongleur/In meint er/sie müsse so etwas im Büro haben. Doch diese Gefahr sehe ich bei dieser Kunst Derzeit nicht.- simply not cool enough!
Doch es ist doch auch schön wenn die Kunst mal für sich bleibt und nicht gleich der letzte Schrei wird.
-Alter Phatos: " Vielen gefallen ist schlimm!"- Schiller.

Denke, auch wenn's cooler wäre schaffte es ein Stil der"südlichen Hälfte des amerikanischen Kontinents" in den Finanzmetropolen wie New York nicht, - nicht positiv, eher unangenehm besetzt- Glaube, in Deutschland würde da gar nichts ignoriert. Diese Kultur würde halt nicht so schnell international weil es nicht ins postmoderne Konzept der Westlichen Welt passte, Maler wie Edward Hopper teilten wohl ein ähnliches Schicksal.
Nicht Ignoriert wird nur was auf dem breiten Fluss der Kausalitäten oben schwimmt, nicht hängen bleibt und auch ankommt.

Rubin